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Schadstoffe in Fertighäusern

Ameisen- und Essigsäure in Fertighäusern - eine IfAU-Studie

Schadstoffe in älteren und neuen Fertighäusern

Das Vorkommen von Ameisen- und Essigsäure in der Innenraumluft stellt einen zusätzlichen Bestandteil der typischen Schadstoffproblematik älterer Fertighäuser der siebziger und achtziger Jahre des letzten Jahrhunderts dar, die bisher durch Emissionen von Formaldehyd, Holzschutzmittel und Chloranisole bekannt ist. Durch die mangelnden Emissionsregularien wie auch dem als ungeeignet zur Emissions- und Immissionsmessung der Essigsäure bisher verwendeten TENAX-Verfahren nach DIN ISO 16000 Bl. 6 zuzuschreibenden Missbefund konnte bisher das Belastungsausmaß durch die „Holzsäuren“ Ameisen- und Essigsäure in der Raumluft nicht erkannt werden. Die vorliegende Studie zeigt auf Grundlage einer neu entwickelten Analytik das Ausmaß des Schadstoffaufkommens an diesen niederen Carbonsäuren.

In 17% der entnommenen Raumluftproben ist der unveröffentlichte Richtwert II des Ausschusses für Innenraumrichtwerte (AIR-Gefahrenwert) für Essigsäure überschritten. Der vorläufig von uns abgeleitete Vorsorgewert für Essigsäure in der Raumluft von 100 µg/m³ wird nur in 20% aller Proben unterschritten. Damit zählt vor allem die Essigsäure zu einem prioritären Schadstoff in älteren Fertighäusern.

Eine Entwicklung zu verringerten Ameisen- und Essigsäure-Raumluftkonzentrationen über die Herstellungsjahre der Gebäude bis in Mitte der 1980er Jahre hinweg lässt sich nicht attestieren. Es muss daher vorerst davon ausgegangen werden, dass auch neue und neueste Gebäude in Holzständerbauweise eine erhebliche Belastung der Raumluft durch Ameisen- und Essigsäure aufweisen. Dies gilt, wie vereinzelt vorliegende Befunde zeigen, in besonderem Maße für die breite Verwendung von OSB-Platten in der aktuellen Fertigungsweise. Es besteht der hinreichende Verdacht, dass Emissionsprüfungen am Holzwerkstoff wie auch Immissionsmessungen zur Gebäudeprüfung auf Grund eines bisher verwendeten Analyseverfahrens (TENAX) erhebliche Minderbefunde bis hin zur Unbrauchbarkeit der Messwerte geliefert haben. Die weitere Forschung zum Vorkommen der gesundheitlich relevanten Reizstoffe Ameisen- und Essigsäure in der Raumluft und zu den emissionsbeeinflussenden Parametern sind zur Absenkung des Belastungsniveaus zwingend geboten.



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