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Persistente Stoffe im Hausstaub

Untersuchungsmöglichkeiten



Gruppe I: Organo-Chlor-Pestizide u.a.

Organo-Chlor-Pestizide stellen i.d.R. langlebige (persistente) Substanzen dar. Dadurch ist auch eine Anreicherung im menschlichen Körper möglich. In dieser Gruppe sind neben typischen Holzschutzmitteln (PCP; Lindan) auch Insektizide z.B. für Schurwolle und Pestizide unterschiedlicher Einsatzgebiete enthalten (Untersuchungsumfang: 30 Substanzen).

Gruppe II: Organo-Phosphorsäureester

Phosphorsäureester werden bevorzugt bei Schädlingsbekämpfungsmassnahmen eingesetzt. Es handelt sich hierbei um nervenschädigende Substanzen, die auch beim Menschen zu neurotoxischen Effekten (Kribbeln, Taubheitsempfinden, Müdigkeit, Schwindel) führen können (Untersuchungsumfang: 12 Substanzen).

Gruppe III: Pyrethroide/Pyrethrum

Pyrethroide werden zur Schädlingsbekämpfung, aber auch z.B. in Wolle zum Mottenschutz verwendet. Über viele Wirkstoffe liegen nur unzureichende Informationen zur Auswirkung auf die menschliche Gesundheit vor, Reizwirkung und neurotoxische Wirkung möglich (Untersuchungsumfang: 14 Substanzen).

Gruppe IV: Moschus-Verbindungen

Nitro-Moschus-Verbindungen stehen im Verdacht, leberschädigend zu wirken. Für Menschen mit Duftstoff-Allergien oder MCS-Patienten sind solche Geruchsstoffe als sehr bedenklich einzustufen (Untersuchungsumfang: 3 Verbindungen).

Gruppe V: Phthalate

Phthalate werden als Weichmacher in u.a. in Farben und Lacken eingesetzt. Für PVC wird überwiegend DEHP verwendet. Zumindest für DEHP ist eine leberschädigende Wirkung bekannt, daneben wird ein allergieauslösendes Potential diskutiert bzw. bei erhöhter Belastung des Hausstaubes die Entwicklung von Asthma bei Kindern. Für DEHP ist auch eine hormonähnliche Wirkung zumindest für Testorganismen nachgewiesen (Untersuchungsumfang: 7 Verbindungen).

Gruppe VI: PCB

PCBs wurden vorwiegend in den 60er bis 70er Jahren als Weichmacher und Flammschutzmittel in Farben, Lacken, dauerelastischen Dichtungsmassen, in Kondensatoren als Dielektrikum eingesetzt. PCB sind als leberschädigend und krebserzeugend eingestuft (Untersuchungsumfang: 6 Ballschmiter-Kongenere).
Gruppe VII: PAK-Leitsubstanz BaP

Polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) sind Produkte unvollständiger Verbrennung. Sie sind enthalten in Verbrennungsabgasen, Tabakrauch, aber auch in alten Holzschutzmitteln (Carbolineum) oder in Parkett-Klebern auf Teerbasis. Ein Teil der PAKs sind als krebserzeugend eingestuft. Als Leitkomponente für den Nachweis und die Beurteilung eines PAK/Teer-Vorkommens dient das krebserzeugende Benzo[a]pyren (BaP).

Gruppe VIII: Bromierte Flammschutzmittel

Bromierte Verbindungen werden als Flammschutzmittel z.B. in Kunststoffen oder Anstrichen eingesetzt. Diese schwerflüchtigen Verbindungen können häufiger im Hausstaub nachgewiesen werden. Penta- und Octabromdiphenylether wurden kürzlich verboten (Untersuchungsumfang: 7 Verbindungen).

Gruppe IX: TRIS-Phosphate

Tris-Phosphate werden als Flammschutzmittel oder/und als Weichmacher in Farben und Lacken, in Ortsschäumen, in Schaumstoffmatratzen eingesetzt. Sie können reizend auf die Schleimhäute der Augen, Atemwege und der Haut wirken und stellen sensibilisierende Substanzen dar. Es werden auch neurotoxische Effekte wie Kopfschmerzen, Müdigkeit, Geschmacksverlust, Lähmungen diskutiert (Untersuchungsumfang: 7 Verbindungen).

Gruppe X: PCSD/PCAD/PCAcD

Die Gruppe der PCSD/PCAD wurde bis Ende der 80er Jahre als Mottenschutzmittel in Schurwolle-Bodenbelägen ("Eulanisierung") eingesetzt. Eine strukturelle Ähnlichkeit der PCSD/PCAD mit den PCDD ("Dioxine") läßt auf ein erhöhtes toxikologisches Gefährdungspotential schließen (Untersuchungsumfang: 5 Verbindungen).

Gruppe XI: PCB-Ersatzstoffe

Chlorparaffine (C10-C17) finden Verwendung u.a. als Flammschutzmittel, Weichmacher für PVC und Lackrohstoffe sowie als Anstrichmittel in Schmierflüssigkeiten und Metallbearbeitungsölen. Aufgrund ihrer schlechten Abbaubarkeit sind sie mittlerweile in allen Umweltmedien in Spuren nachweisbar. Kurzkettige Vertreter (C10-C13) stehen im Verdacht Tumorwachstum zu fördern. Die Toxikologie der Polychlorierten Naphthaline (PCN) ist ähnlich der von PCB. Ugilec 141 findet Einsatz vor allem als Flammschutzmittel und Weichmacher. Die Toxikologie ist nur unzureichend untersucht (Untersuchungsumfang: 3 Verbindungen).

Gruppe XII: Desinfektionsmittel

Desinfektionsmittel können wie Triclosan mit "Dioxinen" verunreinigt sein. Durch einen erhöhten Einsatz von Desinfektionsmitteln kann aber auch das Immunsystem der Bewohner beeinträchtigt werden oder es können sich resistente Keime entwickeln, deren Bekämpfung im Erkrankungsfalle erschwert würde (Untersuchungsumfang: 4 Verbindungen).

Gruppe XIII: PAK

Polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) sind Produkte unvollständiger Verbrennung. Sie sind enthalten in Verbrennungsabgasen, Tabakrauch, aber auch in alten Holzschutzmitteln (Carbolineum) oder in Parkett-Klebern auf Teerbasis. Ein Teil der PAKs sind als krebserzeugend eingestuft. Als Leitkomponente für den Nachweis und die Beurteilung eines PAK/Teer-Vorkommens dient das als krebserzeugend eingestufte Benzo[a]pyren (Untersuchungsumfang: 12 Verbindungen).

Gruppe XIV: coplanare PCB

Coplanare PCB-Kongeneren sind toxikologisch wesentlich kritischer eingestuft als die nicht-planaren PCB-Verbindungen. Einige coplanare PCB liegen dabei in der gleichen Größenordnung wie hoch-toxische PCDD "Dioxine". Für eine Beurteilung einer Hausstaub-Belastung durch PCBs spielt der TEQ-Wert für die Toxizitäts-Äquivalente (Vergleich mit denen der PCDD) eine besondere Rolle (Untersuchungsumfang: 12 WHO coPCB).

Gruppe XV: Schwermetalle

Schwermetalle im Hausstaub können aus ganz unterschiedlichen Quellen stammen. Neben dem Eintrag über den Außenstaub (u.a.: Blei) können auch Metallfarb-Pigmente (Chrom, Kupfer, Nickel) in Teppichen, Tierpräparate (Arsen), PVC (Zinn, Cadmium), Holzschutzmittel (Arsen, Quecksilber, Zinn) Boden-Schlacken (Blei, Chrom, Kupfer) zu erhöhtem Schwermetall-Vorkommen beitragen. Antimon kann als Flammschutzmittel z.B. in Polsterbezügen vorkommen (Untersuchungsumfang: 8 Schwermetalle).

Gruppe XVI: Organo-Zinn-Verbindungen

Tributylzinn (TBT) kann neben anderen organischen Zinn-Verbindungen als technische Verunreinigung in PVC enthalten sein. Für Organo-Zinn-Verbindungen werden neben toxischen Effekten auch hormon-ähnliche Wirkungen für den Menschen diskutiert.

Gruppe XVII: Milben-Leitkomponente Guanin

Bestimmung des Guanin-Gehaltes als Anzeiger für einen Befall mit Hausstaubmilben. Zur Quellenbeprobung sollte Staub von Matratze, Polstermöbeln oder anderen typischen Milbenhabitaten verwendet werden.

Gruppe XVIII: Reiz-, Riech- und hautsensibilisierende Stoffe

Aldehyde sind überwiegend leichtflüchtige Kohlenwasserstoffe wie z.B. Formaldehyd (nicht im Hausstaub messbar!), Acetaldehyd oder Hexanal. Vorkommen als Abbauprodukt von Naturölen in Linoleum, Oberflächenbehandlungsmitteln, Farben und Lacken (Leitkomponente Hexanal); Textilimprägnierung. Aldehyde stellen häufig geruchsintensive und z.T. schleimhautreizende Substanzen dar; gesundheitliche Auswirkungen wie Augen- und Schleimhautreizungen, Husten, Kopfschmerzen, (bei Geruchsbelästigung) Benommenheit. Fettsäuren sind Bausteine von Fetten und Ölen. Im Innenraum werden sie meist als trocknende Öle bei Versiegelung von Oberflächen eingesetzt. Beim Abbau dieser Verbindungen entstehen u.a. Aldehyde und niedere Fettsäuren, die oft sehr unangenehm riechen und zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen wie Reizerscheinungen führen können. Phthalsäureanhydrid als Lackkomponente stellt eine sensibilisierende Substanz dar (Auslöser des sog. Anhydrid-Asthmas). Es wird bei neuen Möbeln häufiger mit einem zeitversetzt auftretenden starken Husten beobachtet. Ferner Trimelinsäure-Anhydrid, Isothiazolone (Untersuchungsumfang: 32 Verbindungen).

 


 

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